Vorbild, Helferin - und beste Freundin

 

Die kleine Bogdana kommt aus schwierigen Verhältnissen. Ihre Geschwister haben verschiedene Familiennamen und kennen ihre Väter nicht. In dem ukrainischen Dorf Stowpjagi würde sich niemand um sie kümmern, wäre da nicht Marina. Die engagierte Christin aus der Gemeinde vor Ort betreut Bogdana im Patenschaftsprojekt. Sie berichtet davon, wie wichtig ihre persönliche Beziehung zum Patenkind ist, und dass dieses Verhältnis auch den Kontakt zu den Eltern ermöglicht.

Vor etwa zwei Jahren lernten wir eine Familie kennen, die dann ins Hilfsprogramm der Bibel-Mission aufgenommen wurde. Dabei ist die Bezeichnung „Familie“ eigentlich nicht zutreffend, denn alle vier Kinder haben verschiedene Familiennamen. Die Mutter der Kinder war drei Mal verheiratet. Alle drei Männer waren Alkoholiker und gewalttätig. Die Kinder kennen ihre Väter nicht, und christliche Werte waren ihnen bisher kein Begriff. Doch dank der Hilfeleistungen konnten wir Kontakt zu dieser Familie aufbauen. Die Kinder besuchten die Kinderstunden in der Gemeinde, während die Mutter und ihr Lebensgefährte persönlich Bekanntschaft mit Christen schlossen und ihre Meinung änderten, nachdem sie der Gemeinde mit Skepsis und kategorischer Ablehnung gegenüber gestanden hatten. 

Die beiden jüngsten Mädchen gingen jetzt regelmäßig zur Sonntagsschule, lernten Gedichte, sangen Lieder, nahmen am Bibelunterricht teil. Eines der Mädchen, Bogdana, leidet an den Folgen von Kinderlähmung und hat Schwierigkeiten mit der Motorik von Beinen und Armen, sowie mit dem Sprechen.

Ich unterhielt mich mit Bogdana und staunte, als sie den Vers aus 1. Joh.1, 9 aufsagte. Ich fragte sie, was Gott denn über sie persönlich denke. Voller Überzeugung erzählte sie mir, dass Jesus ihr alle schlechten Taten vergeben hätte, und sie Ihm dafür sehr dankbar sei. Auf meine Frage, ob sie Gott um Vergebung gebeten hätte, sagte sie mit fester Stimme: „Ja!“

Marina Katschan aus Stowpjagi, Ukraine, betreut das Mädchen Bogdana und dessen Familie.
Marina Katschan

Wie dankbar bin ich Gott für solche Kinder, die die Botschaft des Evangeliums hören und sie mit dem Herzen annehmen. Gleichzeitig ist mir jedoch klar, dass man solchen Kindern viel Zeit widmen muss, denn zu Hause erhalten sie keine Unterstützung und es gibt keine geistlichen Bezugspersonen, mit denen sie reden oder Gemeinschaft haben können. Sie sind sich selbst oder ihren Freunden auf der Straße überlassen. Gott schenkt uns die Möglichkeit, mit diesen Kindern zu arbeiten und so auch ihre Eltern zu erreichen.

Es gibt viel zu tun, denn die Gemeinde in unserem Dorf ist nicht groß, und alle Kinder kommen aus nicht gläubigen Familien. Es ist wichtig, jedem Kind Zeit für das persönliche Gespräch zu schenken, und dabei wird dir bewusst, wie wenig Stunden eine Woche bietet, um Gottes Wort und christliche Werte in die Herzen der Kinder zu legen. Deshalb wollen wir als Gemeinde jede Möglichkeit nutzen, um uns um die Nöte der Menschen, besonders der Kinder, zu kümmern ihnen durch diese Fürsorge Gott zu zeigen. Ihnen, liebe Freunde, danken wir für all Ihre Hilfe, die dazu beiträgt, Beziehungen zu den Menschen aufzubauen und ihre Not zu lindern. Danke, dass Sie durch Ihren Dienst zu einem großen Segen werden, nicht nur für uns, sondern für die Menschen in unserem Dorf und darüber hinaus.
- Marina Katschan

Ihre Hilfe als Pateneltern macht es möglich, Christen der Ortsgemeinden auszurüsten, damit sie Patenkinder persönlich betreuen. Als ständiger Ansprechpartner für das Kind ist der Betreuer keine „Amtsperson“, sondern Helfer, Vorbild – und oft der beste Freund oder die beste Freundin. Dieses Vertrauensverhältnis schafft die Voraussetzung dafür, Kindern von Gott zu erzählen, sie in der Nachfolge zu begleiten, Hilfe in Not zu leisten – und auch das Umfeld der Kinder zu erreichen. Danke für Ihre Hilfe! 
- Katharina Dirks

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