So würde ich Missionar Sobir für einen Steckbrief beschreiben. Wenn ich mit ihm in Tadschikistan unterwegs war, stellte ich fest, dass die Menschen ihn überall kannten. Und zu denen, die ihm noch fremd waren, fand er innerhalb von Sekunden Kontakt. Faszinierend, wie die Menschen ihm zuhören, und wie Sobir es versteht, Zugang zu ihren Herzen zu finden. Ich habe dafür nur eine Erklärung: Sobir liebt sein Volk und alle Menschen, die Jesus Christus noch nicht kennen.

NACHDEM SOBIR wieder einmal am Straßenrand auf Menschen zugegangen war, das Gespräch mit ihnen gesucht und lebhaft diskutiert hatte, fragte ich ihn ganz direkt: „Worüber hast Du Dich denn mit ihnen unterhalten?“ – „Über das Evangelium. Sie müssen wissen, dass ich an Jesus Christus glaube, dass Er mein Leben verändert hat und auch ihre Herzen verändern kann. Eine Botschaft, die sie hören müssen.“

Ich staune über Sobirs Mut, Menschen in einem vom Islam geprägten Land so direkt anzusprechen. Dabei kann er nicht nur reden, sondern auch zuhören. Er versteht seine Landsleute, kann ihre Bedenken nachempfinden, denn er ist einer von ihnen, ein Tadschike.

Schon als junger Mann bewegen ihn Fragen über den Sinn des Lebens, auf die er keine Antwort findet. Dann kommt die Zeit des Militärdienstes, und wie viele seiner Freunde wird auch Sobir in den Afghanistankrieg geschickt. Er ist einer der wenigen, die von dort zurückkehren. Er heiratet Dilorom, gründet eine Familie, in der später sechs Kinder zur Welt kommen.

Als die älteste Tochter im Alter von zwei Jahren in einem Fluss ertrinkt, stellen sich Sobir und seine Frau in ihrem Leid noch mehr Fragen. Sobir wendet sich vom Islam ab und wird praktizierender Buddhist. Doch er findet keinen Frieden im Herzen. Dann schenkt ihm ein Freund ein Lukasevangelium in russischer Sprache. Nachdem er es innerhalb von vier Wochen fünfmal durchgelesen hat, entscheidet er sich für ein Leben mit Jesus Christus. Bald darauf kommt auch seine Frau zum Glauben an Jesus.

Beide wissen sofort: sie sollen Gott unter ihrem Volk dienen und beginnen eine Missionsarbeit unter den Tadschiken.
Heute ist Sobir für fünf Gemeinden und mehrere Hauskreise im Süden des Landes verantwortlich. Regelmäßig besucht er diese Gemeinden und Hauskreise, predigt, lehrt, ermutigt, hört zu, tröstet und stärkt seine tadschikischen Geschwister. Auch Muslime werden zu solchen Zusammenkünften eingeladen.

Sobir und Dilorom Ermatow dienen in Tadschikistan

Sobir berichtet: Die Gemeinde in Kurgan-Tjube zählt zu den Gemeinden unseres Landes, die am schnellsten wachsen. Alle Gläubigen sind tadschikischer Herkunft. Ende 2016 begann Soir, auch ein Tadschike und Moslem, unsere Gottesdienste zu besuchen. Er bekehrte sich und begann in seiner Heimatstadt Zeugnis von seinem Herrn Jesus Christus zu geben. Die Imame (islamische Gelehrte) gingen gegen ihn vor und verlangten, er solle sich öffentlich vom Glauben an Jesus Christus lossagen. Immer mehr Druck wurde auch von den Behörden und von der Polizei ausgeübt. Doch Soir blieb standhaft und dient Jesus Christus bis heute.

Der Herr segnete Soirs Treue. Während eines Weihnachtsgottesdienstes bekehrte sich Soirs Frau, Rujka. Beide gehörten zu den Täuflingen des vergangenen Tauffests, das von vielen Verwandten der ehemals muslimischen Täuflinge besucht und so zu einer wunderbaren Evangelisationsmöglichkeit wurde.

Zeugnis sein
Frucht des Evangeliums: Soir und Rujka, die zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind und sich mit weiteren Tadschiken taufen ließen.

Sobir betreut auch das Hoffnungszentrum für Kinder in der Stadt Kuljab. Immer wieder ist er dort, um in der kleinen Ortsgemeinde und unter den Kindern zu dienen, die im Zentrum versorgt werden und Hilfe erhalten.

Bitte beten Sie für Sobir und Dilorom Ermatow und ihren Dienst in stark islamisch geprägten Gegenden. Danken Sie Gott für Sein Wirken unter dem tadschikischen Volk und die Frucht, die Er uns heute sehen lässt. Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Ermatows, damit die Botschaft des Evangeliums noch in viele Herzen dringt und Veränderung bewirkt.
– Ihr Dietrich Driedger

Spelling error report

The following text will be sent to our editors: