Kinderpatenschaften

Zu Besuch bei meinem Patenkind

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Nikoleta sitzt mit ihrem Spielzeug auf dem Boden und sieht nicht hoch. „Nikoleta“, ruft ihre Mutter, „Komm doch! Linda ist da.“ Wir sind in Nisporeni, einer
kleinen Stadt in Moldawien, anderthalb Autostunden von der Hauptstadt Kischinau entfernt…

Vor zwei Jahren war ich im Rahmen eines Weihnachtspäckchen-Einsatzes der Bibel-Mission zum ersten Mal in Moldawien gewesen. Ich hatte bis dahin nicht viel über dieses Land gewusst und hatte mit Erschütterung die große Armut und Hoffnungslosigkeit gesehen und erlebt.

Wie einige andere aus unserem Einsatz-Team hatte auch ich mich dazu entschlossen, eine Patenschaft über ein Kind zu übernehmen. Und Gott hatte genau das richtige Kind für mich ausgesucht…
Beruflich habe ich mit Optik und Sehen zu tun, und bei meinem Patenkind war in früher Kindheit ein Tumor im Auge entdeckt worden, so dass das Auge entfernt werden musste. Seitdem trägt Nikoleta ein Glasauge.

Inzwischen hat Nikoleta Ihre Scheu überwunden und ich darf sie herzlich umarmen. Im Wohnzimmer wuseln nun vier kleine Mädchen im Alter von 5 bis 11 Jahren. Ihren Vater haben die Mädchen auf sehr tragische Weise verloren. Er hatte als Wächter in einem Weinberg gearbeitet und war von Dieben erschossen worden, die Trauben stehlen wollten.

Seither ist die Mutter allein mit den Mädchen. Ohne die Unterstützung durch das Patenschaftsprojekt der Bibel-Mission würde sie es nicht schaffen, die Mädchen zu versorgen. Sie bekommt regelmäßig Besuch von einer Mitarbeiterin vor Ort, die auch danach schaut, was gerade gebraucht wird. Dann wird die Familie mit den notwendigen Dingen versorgt, die von den gespendeten Mitteln gekauft werden.

Nikoletas medizinische Versorgung ist eine große Herausforderung für die Familie. Es gibt keine Krankenkasse wie bei uns in Deutschland, alle Kosten muss man selbst übernehmen und zudem oft noch für bestimmte Behandlungen ins
Ausland reisen. Ich bin Gott dankbar, dass Er mir die Möglichkeit schenkt, hier zusätzlich Unterstützung geben zu können. Bei unserem Besuch vor Ort war es mir daher ganz wichtig, Nikoletas Mama genau das sagen zu können. Dass Gott es ist, der sie liebt und dass Er dafür gesorgt hat, dass sie versorgt wird mit Mitteln, die Er mir in Seiner Gnade gibt.

Die Mädchen haben inzwischen die Weihnachtspäckchen ausgepackt, die wir
mitgebracht haben. Sie freuen sich sehr und heben jedes einzelne Teil wie einen großen Schatz aus dem Paket. Nikoleta hat eine Mundharmonika bekommen.

Sie liebt Musik und freut sich daher riesig. Sie hat auch ein Lied für uns vorbereitet, das sie auf ihrer Flöte spielt. Benni aus dem BM-Team Moldawien fin-
det in seiner Jackentasche noch ein paar Armbänder, mit denen wir den Mädchen das Evangelium erklären können. Sie sind sehr aufmerksam und hören gespannt zu. Jedes von ihnen bekommt noch eine neue Kinderbibel. Es war für mich ein unglaublich schönes Erlebnis, Nikoleta und ihre Familie zu be-
suchen. Mein Gebet zu Gott ist, dass sie Seine große Liebe kennen lernen und die
Errettung in Jesus Christus annehmen. Ich bin dankbar für das Kipa-Projekt der BM. Es ist Hilfe, die ankommt. Die Mitarbeiter, die in großer Treue und Liebe die Betreuung vor Ort übernehmen, haben mein Herz berührt. Es gibt noch viele Kinder wie Nikoleta. Lasst uns gemeinsam helfen und auch dadurch Menschen für Christus gewinnen.

Ihre Linda

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