Weil Gottes Wort Leben verändert

 

Gott hatte mir eine wunderbare Familie geschenkt, einen Vater, der uns liebte, eine Mutter, die immer für uns sorgte und versuchte alles zu tun, damit wir in Geborgenheit und Wärme aufwachsen konnten.

Ich war das mittlere von drei Kindern gewesen. Niemals hatte ich an der Liebe meines Vaters gezweifelt, und ich hatte ihn sehr lieb. Wenn ich von meinen Freundinnen hörte, wie ihre Väter ihre Familien verließen oder sich scheiden ließen, dann wunderte ich mich, und ich hätte mir niemals vorstellen können, dass mein Vater mich oder unsere Familie im Stich lassen könnte.

Doch das Leben nahm seinen Lauf, und innerhalb kurzer Zeit begann unser glückliches Leben in die Brüche zu gehen. Mein Vater bekam Probleme auf der Arbeit, Probleme in der Beziehung zu meiner Mutter, und er beschloss, in die Hauptstadt zu fahren, um dort Geld zu verdienen. Für mich war das ein großer Schlag. Ich erinnere mich noch, wie sehr ich ihn bat, nicht fortzufahren – er tat es dennoch, mit dem Versprechen, bald zurückzukommen. So blieben wir mit unserer Mutter allein zurück, die sich verausgabte, um uns Kinder durchzubringen...

Die Zeit verging, ich war schon 14 Jahre alt, doch mein Vater war nicht zurückgekommen. Meine Mutter konnte das nicht mehr verkraften und kam aufgrund der nervlichen Belastung ins Krankenhaus. In dieser Zeit schloss meine Mutter Bekanntschaft mit Gläubigen einer kirgisischen Familie. Sie hatten damals eine ältere Frau im Krankenhaus besucht, und angesichts ihrer Güte und ihres Mitgefühls hatte meine Mutter ihnen wahrscheinlich von ihrem Leben und ihrem Leid erzählt. Wie staunte ich, als ich meine Mutter besuchte und sie mir erzählte, solange sich ihr Zustand nicht bessern und eine Veränderung in unserem Leben eintreten würde, müsse ich bei einer anderen Familie leben, einer guten Familie...

Am nächsten Tag, es war ein Sonntag, gingen meine Mutter und ich zum Gebetshaus. Auf dem Weg dorthin stellte ich mir ein riesiges Gebäude vor, mit einem großen Kreuz und Menschen, die sich bekreuzigten. Doch wir kamen in ein kleines Gebetshaus, sahen die allereinfachsten Menschen, und meine Mutter übergab mich jener Familie. Meiner Meinung nach hat diese Familie wahre Liebe gezeigt, und im Leben dieser Menschen konnte ich sehen, dass ihr Handeln und ihre Taten ihren Worten entsprachen.

Damals konnte ich erfahren, dass jeder Mensch von Gott geschaffen wurde, dass jeder vor Ihm sündig war, und dass allein Jesus Christus die Menschen von der Sünde befreien konnte. Sechs Monate verlebte ich bei dieser Familie und hörte in dieser Zeit viel von Gott. Ich besuchte die Gottesdienste, lernte zu beten, begann, die Bibel zu lesen, obwohl ich nichts darin verstand. Der Gedanke, mich bekehren zu müssen, beschäftigte mich, und ich hatte keinen Zweifel daran, dass ich eine Sünderin war, doch noch immer wollte ich mein eigenes Leben leben. Ich hatte verstanden, dass eine Bekehrung ein Leben für Gott zur Folge hatte.

Doch an einem Tag hielt ich es nicht mehr aus. Mein Herz hämmerte vor Angst, denn ich wusste nicht, was mich erwarten würde. Schließlich könnte ich sterben, ohne alt geworden zu sein und ohne es geschafft zu haben, mich zu bekehren. So traf ich am 14. Juni 2002 eine Entscheidung für Jesus Christus...

Heute bin ich für alles dankbar, das ich durchlebt habe, denn es waren all diese Schwierigkeiten gewesen, die mich zu Gott geführt hatten.

Aida aus Kirgisistan
ehemalige FBS-Studentin aus Kirgisistan betreut heute selbst Studenten ihres Heimatlandes. Ihr vollständiges Zeugnis im neuen Heft aus der Reihe: „Weil Gottes Wort Leben verändert“.

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