Isfara ist der beste Teil meines Lebens

15 Jahre nach den tödlichen Schüssen auf Missionar Sergej Bessarab ist die kleine Gemeinde in Isfara (Tadschikistan) lebendig. Niemand konnte das Werk stoppen, das Gott hier zwischen den Minaretten von 120 Moscheen begonnen hat. Zu den Zeitzeugen zählt auch Tamara, Witwe des ermordeten Missionars. Was sie über die Ereignisse von damals, besonders von den Anfängen der kleinen, leidgeprüften Gemeinde erzählt, ist mehr als ein Zeitzeugnis. Es ist das Bekenntnis einer mutigen Nachfolgerin Jesu, die an den Prüfungen in Isfara nicht zerbrochen, sondern gewachsen ist.

Tamara, wann begann eigentlich der Dienst in Isfara?

Alles fing damit an, dass kleine Gruppen von Gläubigen 1997/1998 Gefängnisse in Tadschikistan besuchten. Viele kamen damals zum Glauben, und viele Häftlinge baten die Gläubigen, Briefe an ihre Familien zu überbringen. Dadurch entstanden kleine Gruppen, eine davon in Isfara.

Und wo war Sergej in dieser Zeit?

Sergej war gerade aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er sich kurz zuvor bekehrt hatte. Er schloss sich der Gruppe in Isfara an. Von Anfang an gab es Schwierigkeiten mit dem Islam, der einen starken Widerstand für das Evangelium bildete. Bald erkannten wir, dass sporadische Besuche in Isfara nicht ausreichen würden, sondern dass eine Familie hier vor Ort dienen musste. Sergej hatte von Gott klar verstanden, dass wir diese Familie sein sollten. Ich wollte zunächst nicht, denn ich hatte einen Dienst im Frauenzentrum und eine Arbeitsstelle. Doch der Herr hatte Sergej die Not von Isfara aufs Herz gelegt. Weil unser Sohn Sergej damals noch klein war, nahmen wir ihn nicht mit nach Isfara, sondern gaben ihn in Obhut einer gläubigen Frau, die auch aus dem Gefängnis entlassen worden war.

Wie entstand dann die Gemeinde?

Als wir nach Isfara kamen, versammelten wir uns in einer alten Baracke. Wir hatten weder Strom, noch Heizung, noch Wasser, doch die Gemeinde wurde gegründet. Viele Menschen kamen zu uns, und das verursachte noch mehr Widerstand der Islamisten. Dann kauften wir die Baracke, und durch die Bibel-Mission sandte Gott Mittel für den Umbau zum Gemeindehaus. Wir hatten kein Mobiliar und keine Kanzel, wir saßen auf dem Boden, sangen, beteten, hörten die Predigten. Deshalb kamen viele Tadschiken, denn sie fühlten sich hier ihrer Kultur verbunden. Damals zählten wir etwa 50 reguläre Gemeindebesucher, an Feiertagen kamen bis zu 100 Personen. Wir waren fast eine Gemeinde wie zu Zeiten der Apostelgeschichte. Ständig kamen Leute zu uns, und wir aßen mit ihnen, beteten und sangen mit ihnen, gaben ihnen Unterkunft und begleiteten sie wieder auf ihren Weg. In den Jahren nach dem Bürgerkrieg litten viele Menschen großen Hunger. Bei uns konnten sie immer etwas zu essen bekommen.

Würdest Du uns mehr über Sergej erzählen?

Es gibt nicht viele Menschen, die so hingegeben waren wie Sergej. Stunden verbrachte er auf Knien im Gebet, er hat sich nicht geschont. Das wird er nicht lange durchhalten‘, dachte ich damals. Doch heute bin ich davon überzeugt, dass es auch seine Gebete waren, die die Gemeinde am Leben erhielten. Isfara ist der beste Teil meines Lebens! Ständig war Sergej unterwegs in die umliegenden Dörfer. Jeden Tag besuchte er z.B. Anatolij, damals ein starker Trinker. Ohne ihm das Evangelium aufzudrängen, war er einfach da, hörte zu, führte Gespräche. Wer hätte gedacht, dass aus einem Kriminellen und Abhängigen wie Anatolij einmal ein Diener wird, der heute die Gemeinde in Isfara leitet?

Wurde Sergej bedroht, oder die Gemeinde?

Ach, wir hatten ja keinerlei Erfahrung im Evangelisationsdienst in Regionen wie Isfara. Heute gibt es spezielle Schulungen über die Mission unter Muslimen. Wir hingegen sind einfach losgegangen. Auf dem Basar haben wir öffentlich evangelisiert. Heute weiß ich, dass es viel Weisheit braucht, um Muslimen das Evangelium zu bringen. Du musst ihre „Gesetze“ und Ihre Kultur berücksichtigen, und manchmal braucht es Jahre, um einen Muslimen zum Glauben zu führen. Wir haben einfach alles eingesetzt, was wir hatten – und das war die Liebe für die Menschen und der Wunsch, ihnen allen von Gott zu erzählen. Natürlich gab es Warnungen und Drohungen, auch von den Behörden, wie: „Zieht lieber von hier fort! Wir werden alles tun um sicherzustellen, dass es in Isfara keine Christen gibt!“ Doch Gott hat uns Mut gegeben. In mir entstand ein trotziger Widerstand. ‚Nein’, sagte ich mir, ‚ich gehe nicht weg!’ Ich hatte verstanden, dass Gott uns hierher geführt hatte!

Was bedeutet Isfara heute für Dich?

Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass einem Missionar sein eigenes Leben nicht mehr wichtig ist. Sergej und ich haben nicht mehr uns selbst gehört, sondern nur noch Gott. Wenn du Missionar bist, musst du bereit sein zu einem solchen Leben, in dem es dein eigenes „privates“ Leben nicht mehr gibt. So ging es uns in Isfara, und ich bin Gott dankbar dafür. Auch Gottes Verheißung, dass Er uns nicht verlassen wird, habe ich in Isfara erfahren. Ich weiß, dass sie wahr ist! Wenn ich heute überlege, dass wir dabei waren, als die erste und einzige Gemeinde in Isfara entstand, einer Hochburg des Islam, dann denke ich, was für eine Ehre! Damals war ich mir dessen gar nicht bewusst. Es ist gut, ein Vorbild zu haben, wie Sergej es für mich war. Auch heute bin ich noch aktiv im Dienst, soweit es meine Gesundheit erlaubt. Ich diene unter Frauen, Obdachlosen, Drogenabhängigen und Prostituierten. Ich möchte ein Mensch sein, der Spuren in den Herzen anderer hinterlässt, das finde ich wichtig. Ich möchte nicht, dass man sich an mich erinnert, sondern daran, dass Gott mich gebraucht hat.

Isfara ist keine vergessene Geschichte. Isfara ist der beste Teil meines Lebens. Wir sind dort frei geworden von vielen Dingen, die uns von Gott fernhalten.

Danke, liebe Freunde, für Ihre Hilfe für die Gemeinde Isfara! Dank Ihrer Spenden konnte der Bau des Hoffnungszentrums im März begonnen werden. Mit großer Freude errichten die Geschwister der Gemeinde, unterstützt von Bauteams aus Deutschland und Tadschikistan, den Rohbau. Ein großes Ereignis ist das auch für die Kinder, unter denen die Gemeinde Isfara dient. Fleißig helfen sie alle mit, wo sie nur können. Die vielen Danksagungen, die uns aus Isfara erreichten, und die Freude der Geschwister leiten wir gern an Sie weiter. Bitte beten Sie für den weiteren Bau des Hoffnungszentrums und dafür, dass künftig mehr Kinder besser betreut werden können, damit sie lebendige Hoffnung in dem lebendigen Gott finden und diese auch in ihre Familien tragen!

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