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Aber Gott gibt mir Kraft

 

Mit dem fünften Heft aus der Reihe „Weil Gottes Wort Leben verändert“ veröffentlichen wir Briefe und Zeugnisse von Studenten der Fern-Bibelschule der Ukraine. Elenas Zeugnis (hier in Auszügen) ist einer von 20 Lebensberichten aus dem neuen Heft.

Den Krieg im Donbass (Osten der Ukraine) hat Gott zugelassen. Als einfache Arbeiter und Menschen, die an Gott glauben, nehmen wir es so an. In unserer Wohnung zu bleiben war mit Ausbruch des Krieges zu gefährlich geworden...

Von Mai bis Dezember 2014 hatten mein Mann, meine Mutter und meine Tochter im Keller unserer Gemeinde gelebt – und mit uns hatten sich etwa 20 Menschen in diesem Keller zusammengedrängt. Viele hatten die Stadt Donetsk aus Angst um ihr Leben verlassen. Aber für uns war es nicht möglich gewesen wegzufahren. Was sollte aus der Gemeinde werden? Auch konnten viele alte Menschen aufgrund ihrer schwachen Gesundheit nicht auswandern. Wer sollte denn diesen Menschen helfen? 

Noch immer kamen 40 bis 80 Personen zum Gottesdienst, obwohl die Gemeinde früher 400 Mitglieder gezählt hatte... Während zu Friedenszeiten bis zu 80 Kinder an den Gottesdiensten teilgenommen hatten, waren es beim Erntedankfest 2014 nur drei Kinder. Es war so traurig, dass wir nur weinen konnten.

Elena harrte mit ihrem Mann im Donbass (Ukraine) aus, um durch die Gemeinde verzweifelten Menschen zu dienen. Trotz allen Leides schaut sie nach vorn und freut sich über die Kinder – die Hoffnung und Zukunft für die Gemeinde sind.

Natürlich sorgten wir uns auch um die Sonntagsschule, und wie es mit ihr weitergehen sollte. Es gab keine Kinder - und keine Hoffnung. Wir konnten allein auf Gottes Gnade und Hilfe vertrauen - und Gott schenkte Seinen Segen, Seine Bewahrung und alles, was wir zum Überleben brauchten.

Geschwister aus anderen Städten unterstützten uns und leisteten Hilfe, womit sie eben konnten. Sie brachten Kartoffeln und Kraut, manchmal sogar Geschenke für die Kinder. Wir konnten warme Mahlzeiten für Besucher und Obdachlose anbieten. Weil vielen Rentnern die Rente nicht mehr ausgezahlt wurde, kamen auch von ihnen viele in unsere Gemeinde...

Was haben wir nicht alles durchlebt: da war das Geschoss, das in unserer Gemeinde einschlug, die sechs Fenster in der Wohnung meiner Mutter, die der Druckwelle einer Explosion in der Nähe nicht standhalten konnten, da waren die Geschosse, die viermal in unser 9-stöckiges Haus einschlugen.

Aber das größte Unglück geschah im April 2016. Für meinen Mann war die ständige nervliche Anspannung zu viel, und er verstarb am 12. April plötzlich und unerwartet an Herzversagen. Ich habe keine Worte… nur Tränen...

Aber Gott gibt mir Kraft und stärkt mich im Dienst in der Gemeinde. Heute kommen wieder 45 Kinder. Wir haben viel Arbeit und keine Zeit zum Ausruhen, denn es gilt, den guten Samen auszustreuen.

Ich möchte so gern mit dem Bibelstudium fortfahren, um Gottes Wort besser zu verstehen und kennenzulernen.

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